28.06.2017 10:43 Alter: 28 days

Buchdurst


Eröffnung des Sommerleseclubs in der Otto-Hahn-Europaschule

„Drei Bücher lesen in sechs Wochen – ist das schwer?“, erkundigt sich Dagmar Hofmann, die die Bibliothek der Otto-Hahn-Europaschule leitet. Nein, drei Bücher seien überhaupt kein Problem, erklären kopfschüttelnd Arda, Rümeysa, Karoline und Felicia aus der Klasse 6GG. Felicia schiebt nach: „Ich denke, ich schaffe locker zehn!“ Anlass für den Dialog ist der Sommerleseclub „Buchdurst“, der am 30. Mai in der Schulbibliothek der Otto-Hahn-Schule eröffnet wurde: gemeinsam mit Schulleiter Stephan Rollmann und Bürgermeister Axel Weiß-Thiel, mit Vertreterinnen von Stadtbibliothek, Karl-Rehbein-Schule und der eigenen Schulbibliothek sowie mit Schülerinnen und Schülern der 6GG und der Intensivklasse der „Otto“. Zusammen mit der Karl-Rehbein und der Lindenau-Schule beteiligt sich die „Otto“ seit nunmehr sieben Jahren an dem von der Stadtbibliothek initiierten Sommerleseclub. Dessen Ziel ist es, den „Durst“ auf Bücher zu wecken und gleichsam zu stillen. Teilnehmen können alle Jugendlichen der Jahrgänge 5 – 8, wenn sie in den Sommerwochen mindestens drei Bücher gelesen haben. Dies lassen sie sich in den Bibliotheken durch Stempel auf den Teilnahmekarten bestätigen. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass eine Bibliotheksmitarbeiterin Fragen zum Handlungsverlauf oder zu den Lieblingscharakteren stellt. Dass Lesen nicht nur schlau, sondern auch glücklich macht, erläuterte Schulleiter Stephan Rollmann in seiner Eröffnungsrede. Er erinnert sich, wie für ihn nach dem 7. Band von Harry Potter ein unschönes Vakuum entstand. Bürgermeister Axel Weiß-Thiel kennt solche Erfahrungen auch. Er berichtete, wie er dem sommerlichen Lesevakuum durch übergewichtige Reisekoffer begegnete und deshalb dankbar sei für die Erfindung des E-Readers. Dass nun auch für die jugendlichen Leser der Sommer-Lesestoff nicht ausgeht, möchten die Veranstalter von „Buchdurst“ garantieren. Extra zu diesem Zweck haben sie ihren Bestand durch spannende Neuerscheinungen aufgestockt. Dass sich das Mitmachen in doppelter Hinsicht lohnt, erläuterte Frau Susanne Buschbeck, Leiterin der Kinder- und Jugendbuch-Abteilung der Stadtbibliothek: Auf die Teilnehmer warten viele schöne Priese, die bei der „Buchdurst“-Abschluss-Party am 8. September verlost werden.
Wie Lesen das Lernen von Neuem bis hin zum Spracherwerb fördert und gleichzeitig dem Vergessen von Bekanntem – beispielsweise der Muttersprache - entgegenwirkt, bewiesen Abdulhamid, Ahmad, Jalal, Tammana und Gulam-Reza. Die Schüler aus Syrien und Afghanistan lasen vor allen Anwesenden Passagen aus dem Buch „Ein Stern, der in dein Fenster schaut“ in den Sprachen Arabisch, Deutsch, Persisch und Englisch. Danach präsentierten die Schülerinnen und der Schüler aus der 6GG liebevoll und detailreich gestaltete Leselandschaften aus den eigenen Lieblingsbüchern „im Karton“: Da sah man Greg im Schwimmbad. In einem Karton stand das Baumhaus aus der gleichnamigen Reihe neben einem Lava speienden Vulkan. In einem anderen steckte das Hochhaus aus der „Diefe 93“ mit seinem Hinterhaus und dem von Rico und Oscar so gefürchteten Tieferschatten.
Einige Leseratten aus der 6GG und der Intensivklasse werden sicherlich dabei sein, wenn im August der „Buchdust 2017“ zu Ende geht. Bis dahin werden sie zwischen Buchdeckeln einzutauchen in andere Welten, - ganz egal, ob sie die Sommerferien in Klein-Auheim verbringen oder am Bosporus. Denn das ist das Gute am Lesen: Das Reisen kann überall stattfinden, auch zu Hause.