07.02.2018 08:27 Alter: 258 days

Nie wieder Diktatur


Oberstufe der Otto-Hahn-Europaschule in Berlin

In der letzten Januarwoche erkundeten Schülerinnen und Schüler der 11.Klassen aus den Kursen für Politik und Wirtschaft der OHS die Geschichte des deutschen Parlamentarismus und der modernen repräsentativen Demokratie nach 1945. Das von den Oberstudienräten Karina Reul und Jürgen Schmidt organisierte Programm begann mit einer Führung durch das Gefängnis der Staatssicherheitspolizei (Stasi) der DDR im Stadteil Hohenschönhausen. Zur Zeit der DDR diente diese Gefängnisburg als Untersuchungshaftanstalt, die auf keiner Straßenkarte verzeichnet war. Seit Kriegsende 1945 wurden dort bis 1990 Regimegegner widerrechtlich ohne juristischen Beistand gefangen gehalten. Hohenschönhausen ist heute als Gedenkstätte ein Mahnmal für den Zwang eines Unrechtstaates, der sich jedem Verständnis widersprechend, im Staatsnamen auch noch als demokratisch bezeichnete. Mit diesen Erfahrungen konnte der Kontrast für die Schülergruppe der Otto-Hahn-Europaschule zur parlamentarischen Demokratie der Bundesrepublik Deutschland nicht größer sein, dafür aber umso einprägsamer. Beigetragen haben dazu die Parlamentarismusausstellung im Deutschen Dom am Gendarmenmarkt, der Besuch des Deutschen Bundestages im ehemaligen Reichstagsgebäude, die Erläuterungen des Bundestagsreferenten auf der Besucherterrasse sowie die Diskussion mit der CDU Bundestagsabgeordneten Dr. Katja Leikert.
Als Resumee konnten die Gruppe die Worte des berühmten historischen Präsidenten der USA, John F. Kennedy, übernehmen, die er zur Zeit des Kalten Krieges zu den eingekesselten Westberlinern sprach. Die audiovisuellen Medien in der Parlamentsausstellung dokumentieren sie sehr eindrucksvoll. Die Demokratie sei nicht perfekt, manche Dinge seien schwer und noch nicht gelöst. Demokratische Staaten aber hätten es niemals nötig, ihre Bürger einzusperren. Um Freiheit zu behalten, fällt der Bildung im Allgemeinen und der Schule im Besonderen ganz außerordentliche Verantwortung zu, nachfolgende Generationen bei der Bewahrung der Demokratie zu fördern.