08.04.2018 13:37 Alter: 14 days

Schule 3.0 – Lernen in der Zukunft


Pädagogischer Tag an der Otto-Hahn-Europaschule

Am Mittwoch, den 21.3.2018, ruhte der alltägliche Unterricht an der OHS anlässlich eines Pädagogischen Tages zur Frage, wie die Schule der Zukunft aussehen werde. Vier geladene Referentinnen und Referenten gaben spannende Einschätzungen und Ausblicke auf die Herausforderungen der nächsten Jahre und Jahrzehnte. Die weitreichensten Veränderungen, die sich auf die Schule auswirken, wird es nach Prof. Dr. Frank Thissen, Studiendekan an der Hochschule für Medien in Stuttgart, durch die fortschreitende Digitalisierung geben. Die technologischen Entwicklungen werden geradezu revolutionär sein. Die Welt verändere sich in einem Maße, das in der Geschichte der Menschheit ohne Beispiel sei. Nicht einmal die Erfindung des Buchdrucks hätte die bevorstehende Dimension des Eingriffs in das Leben aller gehabt. „Digitalisierung, Schule und mobile Medien – wie passt das zusammen?“, lautete daher Thissens Eingangsreferat. An einem Schaubild demonstrierte der Medien-Professor, was weltweit innerhalb einer Minute in der digitalen Internet-Welt passiert: ein gigantisches Datenvolumen von unüberschaubarer Menge. Wie stehen da die Chancen, das Material positv zu nutzen und gleichzeitig Gefahren zu vermeiden? Zur wichtigsten Fähigkeit werde in diesem Zusammenhang der Erweb von Kernkompetenzen. Im Einzelnen heißt das: Recherchekompetenz, Auswahlkompetenz, Kritikkompetenz, Gestaltungs- und Anwendungskompetenz. Das wiederum setze bei Lernenden Eigenverantwortung und Autonomie voraus. Der Lehrer sei verstärkt als Lernbegleiter gefragt, so Thissen. Schule arbeite aber noch zu stark mit althergebrachten Traditionen: Stundentaktung, Überprüfungen, Lehrerzentrierung, Lehrplanfixierung. Schule müsse zukunftsfähig werden, sagt Thissen, damit es die Absolventen gleichermaßem sind. Die stärkere Nutzung digitaler Medien, beispielsweise von I-Pads, sei ein wichtiges Element für eine Schule 3.0. Der Medienpädagoge Dieter Umlauf von der Freiherr-vom-Stein-Schule aus Fulda demonstrierte Lehrkräften konkrete Unterrichtsbeispiele aus dem Deutsch-, Biologie und Englischunterricht, in dem z.B. New York virtuell erkundet wurde, so vielfältig und lebensnah, dass der Eindruck entstand, man befinde sich selber in der Stadt. Den Lehrer als Instruktor gab es dabei nicht mehr, wohl aber den Berater und Helfer.
Die Lernenden standen an dem Pädagogischen Tag aber in gleichem Maße im Mittelpunkt wie die Lerngegenstände und Lernverfahren. In einem zweiten Fortbildungskomplex berichteten Katrin Rangnarsdóttir-Melcher und Judith Ohlmes über das Programm ETEP, das anhand entwicklungspädagogischer Lernzieldiagnosen das Fähigkeitsprofil von Kindern ermittelt. Auf dieser Basis lassen sich dann Entwicklungsziele für Kinder und Jugendliche formulieren, die einem stärker individualisierten Lernen Rechnung tragen.
Den Abschluss der Veranstaltung bildete dann der Austausch beider Gruppen, die Resultate festhielten, die der Unterrichtsalltag an der Otto-Hahn-Europaschule in Zukunft auch mitreflektieren soll.