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Sonntag, 20. Juni 10 um 11:35

Quo vadis, Europa ?

Von: Rack/Rollmann/Schmidt

Europaparlamentarier im Forum der Otto-Hahn-Europaschule

Als Schüler berichten Timm Hamm und Moritz Ettl.

Am Montag, 7. Juni 2010, trafen sich die Wege der beiden EU-Abgeordneten Thomas Mann (CDU) und Udo Bullmann (SPD) im Forum der Otto-Hahn-Europaschule. Martin Häusling von den Grünen, musste leider aufgrund einer Erkrankungen absagen.

Zusammengekommen waren die Parlamentarier zu einer Podiumsdiskussion zum Thema der Zukunft Europas, die für und mit den Schülern veranstaltet wurde.

Für die leichte Verspätung der Parlamentarier wurden sie allerdings schnell entschädigt. Nach einer kurzen Einleitung durch die Schülermoderatoren Michele Stephan und Simon Pfältzer machte Thomas Mann bereits in seiner Anfangsrede Zugeständnisse an die Schüler: “Im Bereich Bildung dürfe man auf keinen Fall sparen!“ Ironisierend fügte er hinzu: “Auch, wenn manche Politiker meiner eigenen Partei dies anders sehen mögen“.

Ein schneller Themenwechsel zur Eurokrise war dann der Aktualität geschuldet. Die Euro-Krise stand auf dem Programm.

In seiner Rede resümierte Udo Bullmann den Verlauf der Finanz- und Wirtschaftskrise und stellte seine Sicht der Krise um Griechenland dar. Dabei bemühte er ein Wort, das in letzter Zeit in die Rhetorik vieler deutscher Politiker eingebettet ist: die "Finanzmarkttransaktionssteuer".

Auf eine Zwischenfrage eines Schülers, ob zu strikte Regulationsmaßnahmen den Staat nicht hemmen würden, entgegnete Bullmann, dass man in der jetzigen Krise stärker regulieren müsse, anstatt weniger.

Schützend stellten sich beide Politiker vor Griechenland. „Man dürfe jetzt nicht den Fehler machen und mit faulen Tomaten nach den Griechen werfen“, so Bullmann. Deutschland habe in der Vergangenheit wirtschaftlich doch sehr von Europa profitiert.

Mann stimmte dem bei. Er erklärte, dass gerade die Mentalität der Griechen, ihr Stolz und ihre Willenskraft, ihnen einen Weg aus der Krise ebnen werde. „ Man dürfe aber nicht blind Länder unterstützen, die ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben“, mahnte er.

Geteilter Meinung waren die Parlamentarier jedoch über die Haushaltspolitik der Bundesregierung. Bullmann meinte, dass man momentan zwar vor schwierigen Aufgaben und Entscheidungen stünde, sich jetzt aber nicht kaputt sparen dürfe. Sein konservativer Konterpart widersprach. Man müsse den Haushalt konsolidieren, sich also „gesund sparen“, um einen Ausweg aus der aktuellen Krise zu finden. Sich an die Schüler richtend, appellierte Thomas Mann, dass man die Schulden im Griff haben muss, sonst müssten wir als nachfolgende Generation die Misere ausbaden.

In Sachen „ Zukunft Europas“ kamen die Politiker nicht über vage Andeutungen hinaus. Beide nahmen die angestammten Positionen ihrer Parteien bezüglich des Türkei-Beitritt in die EU ein und zeigten sich sehr optimistisch über die zukünftige Entwicklung der EU in dieser politisch und wirtschaftlich prekären Zeit für Europa. Dieser Zweckoptimismus fand seinen Höhepunkt in der abschließenden Aussage Udo Bullmanns. „Die EU ist auf dem Weg zu einem Bundesstaat“.

Applaus erhielten die beiden, auch dafür, dass sie den Schülerinnen und Schülern Politik trotz aller Differenzen durchaus anschaulich und verständlich machen konnten.