20.06.2015 16:05 Alter: 4 yrs

OHS Europaschüler auf den Spuren der Stadtteilgeschichte


Ein Bericht von Hardy Geist und Berina Dacic

Am Samstag, den 18. Juli 2015 beteiligte sich die Otto-Hahn-Europaschule mit einem Ausstellungspavilion an der Jubiläumsveranstaltung der Weststadt. Nahezu 170 Schülerinnen und Schüler wirkten mit elf Lehrkräften mit. Das liegt nahe, weil viele Kinder der Stadtteils die Schule an der Kastanienallee besuchten und besuchen. Die Weststadt wurde in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts zum Baugebiet erklärt, um in Hanau für junge Familien dringend benötigend erschwinglichen Wohnraum zu schaffen. Deren schulpflichtige Kinder fanden Aufnahme auch in der OHS, die seit den 70er Jahren Zug um Zug ausgebaut wurde. Die demographische Struktur in der Weststadt hat sich im Laufe der Zeit zum Teil erheblich gewandelt. Das hat sowohl  die staatliche Herkunft als auch die Familiengröße betroffenen. Siedelten sich in den frühen Jahren vor allem deutsche Mitbürger an, kamen später in Zuzugswellen verstärkt andere Ethnien hier an. Das Zusammenleben in einem „Schmelztiegel“ funktioniert in der Regel gut. Das betonte auch Oberbürgermeister Claus Kaminsky in seiner Begrüßungsrede. Es bleibt aber eine Herausforderung, die verschiedenen Nationalitäten nicht als isolierte Gruppen zu Parallelgesellschaften werden zu lassen. Gleichermaßen gilt es, eine Abgrenzung zwischen unterschiedlichen sozialen Schichten zu vermeiden. Die Schüler der Europaschule haben einen künstlerischen Beitrag zur Begegnung der Menschen in der Weststadt geleistet. Sie malten und fotografierten fast 50 Bilder in den Kursen ihres Kunstunterrichts in der Oberstufe unter der Leitung von Juliane Carriero, Elke Conert und Thomas Deutsch. „Weststadt-Safari“ und „Grüße aus der Weststadt“ hieß das jeweilige Motto. Die Arbeiten der ersten Gruppe wurden Aquarelle in Postkartengröße, die Wohn- und Freizeitanlagen der Weststadt festhalten. Die „Safari“-Bilder entstanden als digital bearbeitete Fotographien auf den Spuren der Stadtteilbewohner. Hardy Geist aus der Einführungsphase: „ Das Projekt war für uns Schüler eine aufwändige Arbeit neben dem Schulalltag. Der Lerneffekt bei der Analyse der Lebenssituationen in der Weststadt ist aber äußerst positiv zu bewerten. Die kursübergreifende Zusammenarbeit habe ich als bereichernd empfunden.“ Mitschülerin Sabrina Schäfer ergänzt: „In der Tat war sehr viel an Vorbereitungen zu tun: Interviews mit Bewohner zählten dazu, das Quellenstudium der Stadtteilgeschichte, die Recherche in Schul- und Stadtbibliothek, die Analyse von Bebauungsplänen und Stadtentwicklung oder das Entwerfen und Verwerfen von Skizzen sowie die endgültige Ausarbeitung der Darstellung. Aber unser Pavilion mitten in der Weststadt ist eine prima Gelegenheit, Werbung für unsere Schule zu machen. Menschen zu begegnen, die eine andere Herkunft haben, finde ich schön. Man kann voneinander lernen und etwas von fremden Kulturen verstehen. Als Europaschülerin gefällt mir das.“

Die Schulgemeinde bedankt sich für den Scheck von 150 Euro aus dem Rathaus, den der Oberbürgermeister, völlig überrascht von der große Gruppe der OHS Schüler, auf der Veranstaltungsbühne als Anerkennung ihrer Beteiligung übergab.