Workshop: Neonazis im Rhein-Main-Gebiet

Am 16. Juli 2015 wurde an der Otto-Hahn-Schule ein Workshop zum Thema Neonazis im Rhein-Main-Gebiet für die aktive SV und interessierte Schülerinnen und Schüler aus der Oberstufe von der Jugendinitiative Spiegelbild aus Wiesbaden angeboten. Die Schüler setzten sich einen Vormittag lang intensiv mit dem Nationalsozialismus auseinander und konnten ihn am eigenen Leib erfahren.

 

Nichtsahnend gehen die Schüler in den Workshop hinein, nicht sicher was sie erwartet. Zuerst beginnt alles harmlos. Die beiden Referenten beginnen mit einigen Kennlernspielen – noch vermutet keiner etwas Böses. Irgendwann werden dann die Lehreinnen Frau Bereksasi und Frau Kirchhoff von den Referenten gebeten, den Raum zu verlassen, um besser mit den Schülern arbein zu können.

 

Ab dem Zeitpunkt beginnt eine unbemerkte, jedoch stetige, Veränderung. Die Referenten scheinen ungeduldig zu werden und bauen immer mehr Druck auf. Die Schüler sollen sich mehr konzentrieren und die Kennlernspiele schneller bewältigen. Trotz zusätzlichen Anstrengungen ist es den Referenten aber immer noch nicht schnell genug, deshalb sollen jetzt alle aufhören zu reden.

Bis zu diesem Zeitpunkt verdächtigt noch keiner die Referenten. Sie sind zwar vielleicht etwas unfreundlich, aber mehr auch nicht. Als dann auf einmal eine Schülerin ohne wirklichen Grund den Raum verlassen muss, merkten die verbleibenden Schüler langsam, dass etwas nicht stimmt. Jedoch herrscht immer noch das Redeverbot und die Schüler können ihren Vermutungen nicht austauschen.

Eine Schülerin lässt sich die ungerechte Behandlung der anderen Schülerin nicht gefallen und meldet sich zu Wort, um sich zu beschweren. Bevor sie großartig ihre Meinung sagen kann, wird sie ebenfalls rausgeschmissen.

Das Ganze baut sich immer weiter auf, einige Schüler werden willkürlich rausgeworfen, andere gehen freiwillig, um den immer absurderen Aufforderungen der Referenten zu entkommen. Ehe sie sich versehen haben, befand sich die Gruppe in einem autoritären System gefangen und der Nationalsozialismus und die Willkür waren auf einmal näher, als einem lieb ist. Als schließlich die gesamte Restgruppe im Gleichschritt marschiert, wird das Experiment abgebrochen.

Die Referenten erklären ihr Vorgehen und die Schüler vertiefen sich im Gespräch rund um das soeben erlebte, als auch über generelle Fragen zum Thema Nationalsozialismus. Am Ende sind alle geschockt und begierig darauf, mehr zu erfahren. Aufgrund der großen Nachfrage der Schüler kommt der Workshop nicht zum eigentlichen Ende, deswegen war ein zweiter Teil für den Oktober geplant, der aber leider aufgrund hohen Nachfrage bei der Jugendinitiative auf den Januar 2016 verschoben werden musste.

Geschrieben von: Lisa Schley, Colin Friebe, Adrian Buick, Alina Herche und Georg Eickelpasch